Das 1. hermetische Prinzip: Das Prinzip der Geistigkeit

Mit diesem Beitrag beginnen wir unsere Reise durch die 7 hermetischen Prinzipien – jene alten Weisheiten, die versuchen, die grundlegenden Gesetzmäßigkeiten des Lebens zu beschreiben.

Das erste und grundlegende Prinzip lautet: „Alles ist Geist; das Universum ist mental.“

Oder einfacher gesagt:

Alles beginnt zuerst im Geist. Gedanken sind der Ursprung von Realität. Alles, was existiert, entstand zuerst als Idee oder Möglichkeit im Geist. Zuerst habe ich die Idee, wie ein Vogel zu fliegen, dann erst kann ich mich an die Umsetzung einer Flugkonstruktion machen. Alles entsteht zunächst im Bewusstsein, bevor es sich im Außen zeigt und Gestalt annimmt.

Gedanken, Überzeugungen, innere Bilder und Wahrnehmungen beeinflussen, wie wir die Welt erleben, welche Entscheidungen wir treffen und welche Erfahrungen wir machen.

Dabei geht es nicht darum zu behaupten, dass wir „alles einfach denken können“. Vielmehr beschreibt dieses Prinzip, dass unser Bewusstsein eine zentrale Rolle dabei spielt, wie wir Realität wahrnehmen und gestalten.

Passende Zitate

  • „Dein Glaube versetzt Berge.“ / „Dir geschehe nach deinem Glauben.“ (Bibel)
  • „Grenzen bestehen nur in deinem Geist.“
  • „Wenn du es denken kannst, ist es möglich.“
  • „Energy flows where attention goes.“  = die Energie folgt deiner Aufmerksamkeit/deinen Gedanken.
Gibt es dazu auch wissenschaftliche Ansätze?

Auch moderne Wissenschaften beschäftigen sich mit der Frage, welchen Einfluss Beobachtung und Bewusstsein auf unsere Wirklichkeit haben.

Die Quantenphysik weist darauf hin, dass Beobachtung und Wahrnehmung eine größere Rolle spielen könnten, als lange angenommen wurde (Welle-Teilchen-Experiment).

Ebenso zeigt die Neurowissenschaft, dass unser Gehirn nicht einfach objektiv „die Realität“ wahrnimmt, sondern Informationen ständig filtert, bewertet und interpretiert. Unsere inneren Überzeugungen beeinflussen daher oft auch unser Erleben im Außen. Man denke dabei auch an den Placebo-/Nocebo-Effekt in der Medizin.

Eine alte Weisheit aus dem Talmud

„Achte auf deine Gedanken,
denn sie werden deine Worte.

Achte auf deine Worte,
denn sie werden deine Taten.

Achte auf deine Taten,
denn sie werden deine Gewohnheiten.

Achte auf deine Gewohnheiten,
denn sie werden dein Charakter.

Achte auf deinen Charakter,
denn er wird dein Schicksal.“

Gedanken wirken wie Samen:
Aus ihnen entstehen Worte, Entscheidungen, Handlungen und schließlich Erfahrungen. Unsere Gedanken werden also letztlich unser Schicksal. Wow!

  • Gedanken und Bewusstsein sind grundlegend.
  • Alles beginnt zuerst als Idee, Vorstellung oder Möglichkeit.
  • Materie allein ist nicht die höchste Wirklichkeit.
  • Geist beeinflusst Wahrnehmung, Erfahrung und Schöpfung.
  • Die materielle Welt ist zwar real und wichtig, doch der Mensch kann lernen, bewusster mit seinen Gedanken und seinem Geist umzugehen, anstatt nur von äußeren Umständen bestimmt zu werden.
Impulse zum Nachdenken

👉Welche Gedanken begleiten mich täglich (meine eigenen, die anderer Menschen, die aus Medien,…)?

👉Welche inneren Überzeugungen prägen mein Leben?

👉Welche Realität erschaffe ich dadurch möglicherweise?

👉Welcher Gedanke soll Form annehmen?

Übung zum Prinzip der Geistigkeit

Nimm dir in den nächsten Tagen bewusst ein kleines Notizbuch oder dein Handy zur Hand und beobachte deine Gedanken.

Immer wenn du bemerkst, dass sich ein Gedanke wiederholt, schreibe ihn auf. Frage dich anschließend:

👉Ist dieser Gedanke wirklich wahr?

👉Unterstützt er mich oder begrenzt er mich?

👉Wenn er begrenzt, wie kann ein hilfreicherer Gedanke aussehen?

Formuliere danach bewusst einen neuen Gedanken, der dir mehr Vertrauen, Offenheit oder innere Ruhe schenkt.

Formuliere deinen Satz positiv und vermeide das Wort „NICHT“- es ist ein Fremdwort für dein Gehirn!

Beispiele:

  • „Denke nicht an einen rosa Elefanten.“ Woran denkst du?…
  • „Ich will nicht wie mein Vater/ wie meine Mutter/ wie … werden.“ Was glaubst du, wem du ähnlich wirst?
  • „Ich darf die Schlüssel nicht vergessen.“ Welches Wort bleibt hängen? Vergessen!

Besser: „Ich denke daran, die Schlüssel mitzunehmen.“

Ausblick

Im nächsten Beitrag widmen wir uns dem zweiten hermetischen Prinzip: „Wie oben, so unten; wie unten, so oben.“

Zum Nachlesen

www.regional-vital.at/die-7-hermetischen-prinzipien-ein-weg-zu-mehr-verstaendnis-und-innerer-ordnung/

Die heute bekannten 7 hermetischen Prinzipien wurden vor allem durch das 1908 erschienene Kybalion bekannt. Ihre Wurzeln reichen jedoch weit zurück bis zu den Schriften des Corpus Hermeticum, einer Sammlung antiker Weisheitstexte, die Hermes Trismegistos zugeschrieben werden.