02 Aug. Emotionen aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)
WUT: Viele Menschen werden wütend, weil ihre Bedürfnisse wiederholt übergangen wurden – von sich selbst oder von anderen. Sie zeigt sich oft, wenn es keinen anderen Weg mehr gibt, gesehen oder gehört zu werden. Wenn Kinder oder Erwachsene plötzlich laut werden, schreien oder scheinbar „explodieren“, ist das meist nicht grundlos. Es ist ein Ausdruck innerer Not, wenn wir zu lange nachgegeben, uns angepasst oder unsere Bedürfnisse hintenangestellt haben. Wut entsteht oft dann, wenn wir uns selbst verlassen haben.
In solchen Momenten helfen Fragen wie:
- Was passiert da gerade in mir?
- Was genau macht mich so wütend?
- Wo habe ich meine eigenen Grenzen wieder nicht gespürt oder geachtet?
Wut möchte wahrgenommen und gelenkt werden. Sie braucht Ausdruck z. B. durch Bewegung, körperliche Aktivität, kreatives Tun oder ehrliche Gespräche – nicht Unterdrückung. Denn unterdrückte Emotionen können sich langfristig im Körper festsetzen – in Form von Spannungen, Erschöpfung oder sogar körperlichen Beschwerden.
In der TCM ist jede Emotion einem Element und dazugehörigen Organen zugeordnet:
| Emotion | TCM-Element | Betroffene Organe |
| Wut | Holz | Leber & Gallenblase |
| Traurigkeit | Metall | Lunge & Dickdarm |
| Freude | Feuer | Herz & Dünndarm |
| Sorge/Grübeln | Erde | Milz & Magen |
| Angst | Wasser | Niere & Blase |
Wut steht in Verbindung mit dem Holzelement – sie will wachsen, sich bewegen, sich ausdrücken. Wenn sie blockiert wird, kann das auf Dauer die Leber-Energie stören.
Traurigkeit wiederum steht für das Loslassen. Wird sie unterdrückt, kann das Lunge und Dickdarm schwächen.
Freude ist eigentlich positiv – aber übermäßige, aufgesetzte Freude kann das Herz überfordern und im Ungleichgewicht sogar zu innerer Unruhe führen.
Sorgen und Grübeln gehören zum Erdelement – zu viel davon belastet Milz und Magen und kann zu Verdauungsproblemen oder Erschöpfung führen.
Angst gehört zum Wasserelement und betrifft Niere und Blase – zu viel Angst kann die innere Stabilität schwächen.
Wichtig: Hier geht es nicht um Krankheitsdiagnosen, sondern um energetische Zusammenhänge, wie sie in der TCM verstanden werden. Wenn das Qi, die Lebensenergie, nicht mehr frei fließt, kann sich das in Körper, Gefühl oder Geist zeigen. Wenn sie fließen dürfen, entsteht Lebendigkeit.
Emotionen sind kein Störfaktor. Sie sind Teil unseres Lebenssystems, wie Atem und Energie. Gerade bei Kindern ist es entscheidend, Gefühle nicht abzuwerten oder zu stoppen – sondern zu begleiten. Denn Kinder lernen von uns: „Darf ich traurig, wütend, enttäuscht sein – oder muss ich funktionieren?“ Oft unterbrechen wir kindliche Emotionen, weil wir selbst nie gelernt haben, damit umzugehen.
In der Lebensberatung ist es mir wichtig, allen Emotionen einen Raum zu geben. Wenn du dir Begleitung wünschst – für dich, dein Kind oder deine Familie – bin ich gerne für dich da.
Tanja Schmejkal – Familienkraftplatz
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